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den Laden hier dicht zu machen ... vielleicht noch ein Versuch, testenshalber, das Ding auf Drupal 8 zu wuppen. Und wenns schief geht, ist es eben Schluss damit. Letztlich interessiert es niemanden wirklich mehr, was in der Kritischen Masse einmal los war. Das ist ganz ohne Wehleidigkeit gesagt. Ich habe schon so viel Dinge auf den Müll gekippt, da wäre das jetzt auch nicht schlimm.

Man muss wissen, wann es mit so einem Blog vorbei ist.

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„Das Taditionsbewußtsein von Revolutionären steht im Plusquamperfekt.“1

 

  • 1. Hans Heinz Holz: Vom Kunstwerk zur Ware, Darmstadt und Neuwied 1973, S. 84.

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Es ist eine Ewigkeit her, da habe ich auf der Dult in Regensburg dieses Päckchen mit Taschentüchern geschenkt bekommen. Eine Werbung für den privaten Radiosender Gong FM (gibt den noch). Ein Wortspiel mit unendlichen Verbindungen der Interpretation. Softie und Softies (andere Taschentuchmarke). Aber wie man die Sache auch dreht, da fasst ein junger Mann einer jungen Frau unter das Selbstgestrickte. Die Hosenreißverschluss der jungen Frau ist geöffnet und gibt den Blick frei auf Netzstrumpfhose und Slip. Der Mann hält den Kopf der Frau (vermutlich) sanft in seiner Hand. Die Blicke der beiden treffen sich. Ein Armreif, das Strickshirt, die Weste sollen wohl suggerieren, dass es hier um ein bisschen etwas wie Hippieeskes geht.

Platsch "Dein Softie" draufgebappt. Mein den Inhalt, aber vielleicht auch ein Attribut für den Mann da. So macht es also ein Softie, soll es wohl heißen. Dafür geht der aber doch recht umfänglich heran. Dein Softie / Deine Musik? Was und wie kommt da nun die Musik ins Spiel. Das leuchtet mir nicht ein. Ich kann mir da keinen Reim drauf machen.

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Aufreißen, herausziehen, unter die Nase halten, nießen. Und? Ich komme nicht drauf, was mit diesen Taschentüchern so abgeht. Mach mal einen Satz mit den Worten: Solo Talent Hygiene Leben. Geht nicht? Dann machen wir daraus Taschentücher. Taschentücher gehen immer.

  • Welches Talent wird hier angesprochen?
  • Solo ist klar. Man soll besser so eine Taschentuch nicht von mehreren Personen nutzen lassen.
  • Sanfte Hygiene fürs Leben? Lässt mich ratlos zurück.

Typo und Co, ein Kuddelmuddel. Ich bin verwirrt. Das kann unmöglich nur ein Taschentuch, es muss Manipulation sein.

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Vor einiger Zeit habe ich über das Krenek-Genom nachgedacht und ihn mit der Erfindung der Musik von Phil Glass in Verbindung gebracht.

Heute gibt es eine neue Findung: Karel Goeyvaerts "Composition No. 4" aus dem Jahre 1952 mit der er die Phasenschiebe-Musik von Steve Reich vorwegnimmt! Und keiner hats gemerkt.

Zuerst dachte ich dabei: Okay, dass das noch niemandem aufgefallen ist, erstaunt mich jetzt doch sehr, wo doch Goeyvaerts doch so ziemlich alles erfunden hat, was man musikalisch erfinden kann. Allem voran die "Serielle Musik" mit seinem Stück für zwei Klaviere. Worüber man auch mal nachdenken könnte übrigens. Während um 1925 die Streichquartette nur so aus dem Boden spriessten, sind es zwischen 1948 und 1955 Stücke für Klavier (eins, zwei oder zwei- oder vierhändig).  Es hat alles seine Zeit.

Aber zurück zu Composition No. 4. Wenn ich das richtig sehe geht es hier um Töne (mit Pausen) von verschiedener Dauer, die andauernd wiederholt werden. Da diese Einzeltöne mit ihren Pausen verschieden lang dauern, verschieben sie sich mit der Zeit. Am Ende  liegen sie einigermaßen wieder übereinander und das Stück ist zu Ende.

Diese Technik der Periodik kennt man eigentlich auch schon von Glockengeläuten, die auch mit bestimmten Perioden aus Klang und Stille arbeiten, dabei spielen dann dann die Schwingungsdauern der Glocken ihre Rolle ebenso wie gewisse Zufälligkeiten der Mechanik.

Bei Reich findet man das in der Pendulum Music (1968) auch wieder – pendelnde Mikrofone.

Allerdings mit dem Kniff, dass hier am Ende der Schwingungsaktion eine dauerhafter Ton/Klang steht.

Wieder das gleich Prinzip mit anderer Pointe bei Ligetis „Poeme Symphonique“ für 100 Metronome (wobei man sich fragen darf, warum ausgerechnet 100 und nicht vielmehr 104?) aus dem Jahr 1962.

Übrig bleiben die die am strärksten aufgezogenen Metronome mit der langsamsten Schwingungszahl. Das ist mechanisch bedingt und dadurch etwas hervorsehbar. Der Weg ist der von einer chaotisch-wirkenden Gesamtsituation hin zu einer einfachen. Ebenso bei Reichs Pendulum-Music. Der Witz dabei ist ulkigerweise der, dass es sich ja doch nicht um chaotische Situationen handelt, sondern um ziemlich klare, eindeutige – wodurch sie sich wiederum von dem Glockengeläute unterscheiden, dass relativ chaotisch bleibt, die ganze Zeit über.

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